Projekt Bogengang mit 44 (Stufe 1) Der Startschuss🔥

Veröffentlicht am 28. Oktober 2026 um 15:16

Warum kommt man als 44-jähriger Bewegungscoach eigentlich auf die Idee, noch mal an einer Übung wie dem Bogengang zu arbeiten? Einer Übung, die die meisten Menschen irgendwo mit 18 an den Nagel hängen und wo das Gehirn ab 40 beim bloßen Hinsehen schallend zu lachen anfängt?

Ganz einfach: Weil ich zu jung bin, um alt zu werden.

Und weil ich wissen wollte, ob mein Körper noch mit mir spricht – oder ob er mir mittlerweile einfach stumm den Vogel zeigt, wenn ich auf der Matte was Neues ausprobieren will.

Aber bevor wir hier irgendwelche wilden Akrobatik-Träume auspacken, müssen wir erst mal über mein eisernes Gesetz sprechen.

Wer mit Mitte 40 – nach jahrelangem Schreibtisch-, Auto- und Alltags-Sitzen – auf die glorreiche Idee kommt, sich einfach mal „mit Schwung“ in eine tiefe Rückbeuge zu schmeißen, riskiert genau eins: Einen Lendenwirbel-Kollaps, der sich gewaschen hat.

Wenn die Brustwirbelsäule (BWS) nämlich stur schaltet und die Schultern dichtmachen, holt sich der Körper die Bewegung einfach von der nächstbesten Stelle. Und das ist fast immer der untere Rücken. Der knallt dann zu, entzündet sich oder meldet sich am nächsten Morgen mit fiesen Grüßen und einem Terminvorschlag beim Orthopäden.

Deshalb gilt für mein Projekt Bogengang ab Tag 1: Der untere Rücken bleibt absolut mecker- und schmerzfrei! Kein Erpressen des eigenen Körpers, keine Brechstange. Wir bauen erst das Fundament, bevor wir das Dach decken.

Stufe 1: Verhandlung mit der Brustwirbelsäule (BWS)

Um eine tiefe Rückbeuge oder spätere Brücken-Varianten überhaupt unfallfrei ausführen zu können, müssen wir drei Engpässe auflösen: Brustwirbelsäule, Hüftbeuger und Schultern.

Ich starte aktuell in Stufe 1: Der BWS-Extension 

Durch den modernen Alltag hat sich meine BWS im Laufe der Jahre eine ausgesprochen bequeme C-Form zugelegt. Wenn ich jetzt versuche, sie kontrolliert nach hinten zu öffnen, fühlt sich das aktuell eher an wie eine eingerostete Gartentür im November – da knirscht es schon beim Gedanken daran.

Die Theorie in meinem Kopf sagt: „Klar, du bist doch vom Fach, mach mal eben Brücke!“

Die Realität auf der Matte sieht eher so aus:

  • Mein Nervensystem brüllt bei der ersten Rückwärts-Neigung nicht etwa Mut-Zusprüche, sondern: „Alarm! Wir werden alle sterben!

  • Die BWS fragt skeptisch, ob da hinten irgendwo Geld liegt – oder warum wir uns jetzt unbedingt so verrenken müssen.

Genau hier beginnt der eigentliche Spaß: Dem eigenen Nervensystem mit viel Geduld, gezieltem Atmen und cleveren Mobilisations-Reizen zu beweisen, dass da hinten keine Klippe kommt, sondern einfach nur der Mattenboden.


Paar Minuten am Tag, mehr braucht es nicht

Das spürst du schon nach wenigen Tagen:

  • 🌬️ Tief durchatmen: Mehr Raum für die Lunge statt flacher Brustatmung.

  • 🧠 Kopf frei: Wichtigste Entlastung gegen lästige Nacken- und Spannungskopfschmerzen.

  • 🛒 Rückenschonend tragen: Schultern und Lendenwirbelsäule müssen im Alltag nicht mehr für die steife BWS kompensieren.

  • 🚗 Voller Schulterblick: Maximale Beweglichkeit bei jeder Drehung – ohne dass die Hüfte verdreht werden muss.

  • 🛋️ Aufrechte Haltung ohne Anstrengung: Kein ständiges „Brust raus!“-Erinnern mehr – dein Körper macht es wieder von ganz allein.

Warum diese Stufe auch für deinen Alltag Gold wert ist

Jetzt mal Hand aufs Herz: Du musst gar keinen Bogengang lernen wollen, um von Stufe 1 zu profitieren.

Wir reden uns ab Mitte 30 doch nur zu gerne ein, dass es „völlig normal“ ist, morgens wie ein halb eingeklapptes Taschenmesser aus dem Bett zu steigen. „Tja, man wird halt nicht jünger, ne?“

Stimmt zwar auf dem Ausweis – ist für deinen Körper aber meistens nur eine faule Ausrede! Die meiste Steifigkeit kommt nicht vom Geburtsdatum, sondern weil wir uns nur noch in denselben drei starren Mustern durch den Alltag schieben. Wer keine Reize setzt, rostet ein. So einfach ist das.

Eine offene Brustwirbelsäule nimmt sofort den Druck aus deinem Nacken, lässt dich endlich wieder tief durchatmen und schützt deinen unteren Rücken im Alltag – egal ob beim Einkaufskisten-Schleppen oder beim Sport.

💡 Weitere Gold-Wert-Vorteile für den Alltag:

  • Schluss mit dem „Handy-Nacken“ & Rundrücken:

    Je mehr deine BWS aufmacht, desto automatischer zieht sich deine Schulterpartie nach hinten-unten. Du stehst und sitzt aufrecht, ohne dich krampfhaft daran erinnern zu müssen.

  • Weniger Spannungskopfschmerzen:

    Sehr viele Kopfschmerzen entstehen durch eine verharzte BWS, weil die Nackenmuskeln die fehlende Beweglichkeit kompensieren müssen. Machst du unten auf, entspannt sich das Oberstübchen.

  • Mehr Energie & Frische im Kopf:

    Ein eingezwängter Brustkorb engt das Zwerchfell ein. Durch die gewonnene BWS-Streckung bekommt deine Lunge mehr Raum – mehr Sauerstoff bedeutet schlichtweg mehr Energie gegen das Nachmittagstief.

  • Schultern bleiben schmerzfrei:

    Egal ob du etwas ins oberste Regal räumst, deine Jacke anziehst oder beim Schwimmen/Fitness durchstartest: Eine bewegliche BWS sorgt dafür, dass deine Schultergelenke frei gleiten können und nicht einengen (Impingement ade!).

  • Besserer Schlaf & leichtere Regeneration:

    Wer tagsüber nicht dauerhaft in einer Schutzspannung gegen die Schwerkraft kämpft, geht abends viel entspannter ins Bett – und wacht morgens eben nicht wie ein festgedrehtes Handtuch auf.

  • Effizientere Alltags-Rotation:

    Egal ob Schulterblick im Auto, der Blick zurück zum Kind/Hund oder die Drehung beim Putzen – wenn die BWS rotiert, muss dein Becken und die Lendenwirbelsäule nicht verdreht werden.

Kurz zusammengefasst:

Übung 1: Katze - Kuh (10-15 x)

Übung 2: Klappmesser Seitenlage (10-15 x pro Seite)

Übung 3: Roll Up Rückenlage (ca. 10 x)

Tipp: nimm Dir Zeit und verweile immer ein wenig in der Dehnung! Wir bauen das Programm immer mehr aus :-)

Wie es jetzt weitergeht?

Ich nehme dich ab jetzt ganz ungefiltert mit durch die 3 Stufen. Das heißt: Du wirst hier keine verblendete Social-Media-Perfektion sehen, sondern ehrliche Wackler, gewitzte Gesichter beim Dehnen und hoffentlich ganz viele kleine Durchbrüche.

In den nächsten Wochen zeige ich dir genau, welche  sanften Übungen ich nutze, um meine BWS, Schultern und Hüfte aufzuwecken, ohne den unteren Rücken auch nur einen Millimeter zu quälen. Und ich hoffe, dass ich in spätestens in 1 Jahr meinen Bogengang rückwärts schaffe. 

Was ist mit Dir? Schaust du mir erst zu, oder wirst du direkt stilles Mitglied bei der "Boden Gäng" ?

Welche Bewegung hast du in den letzten Jahren aus deinem Alltag gestrichen, weil du dir selbst eingeredet hast: „Nee, dafür bin ich definitiv zu alt“? Schreib es mir unbedingt in die Kommentare – lass uns gemeinsam drüber lachen und es wieder anpacken!


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